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Das Bild zeigt eine braune Labrador-Hündin mit grünem Halstuch neben dem Herrchen.

Glückslauf zum fünfjährigem #teamschnipsflausch-Jubiläum

Bereits zum fünften Mal ist das #teamschnipsflausch 2018 beim NCT-Lauf dabei, ein kleines aber feines Jubiläum. Der Lauf in Heidelberg findet am Freitag, den 13. Juli statt, das soll ja Glück bringen. Wir würden uns sehr freuen, wenn Ihr unser Laufteam unterstützen wollt: Lauft gemeinsam mit dem #teamschnipsflausch oder beteiligt Euch an unserer Spendenaktion.

Leistung steht bei uns übrigens nicht im Vordergrund, ob eine Runde von 2,5 Kilometern, ob 11 Kilometer-Lauf oder Halbmarathon, ob langsam oder schnell – wir freuen uns über alle, die gemeinsam mit uns für die Krebsforschung antreten.

Du kannst Dich hier direkt online anmelden: NCT-Lauf. Du kannst an allen Läufen teilnehmen (Rundenlauf, 11-km-Lauf, Halbmarathon) und beim Teamnamen brauchst Du einfach nur diesen eingeben: #teamschnipsflausch (zur Sicherheit nochmal die Rechtschreibung prüfen, wir machen’s Dir mit dem Namen ja wirklich nicht einfach, haben ihn aber inzwischen wirklich lieb gewonnen).

Wenn Du in diesem Jahr nicht in Heidelberg vor Ort sein kannst, willst Du das #teamschnipsflausch mit einer Spende ans Nationale Centrum für Tumorerkrankung unterstützen? Das ist jetzt ganz einfach mithilfe einer Fundraisingbox möglich: Spendenaktion #teamschnipsflausch. Frollein Hund a.k.a Lissy Labrador ist dafür wieder unser Maskottchen.

Bis bald beim NCT-Lauf in Heidelberg!

 

Eine Labrador-Hündin beim NCT-Lauf

Der NCT-Lauf am 7. Juli 2017

Zum vierten Mal ist das #teamschnipsflausch 2017 beim NCT-Lauf dabei. Dieser findet am Freitag, den 7. Juli statt. Wir würden uns sehr freuen, wenn Ihr unser Laufteam unterstützen wollt: Lauft gemeinsam mit dem #teamschnipsflausch oder beteiligt Euch an unserer Spendenaktion.

Leistung steht bei uns übrigens nicht im Vordergrund, ob eine Runde von 2,5 Kilometern, ob 11 Kilometer-Lauf oder Halbmarathon, ob langsam oder schnell – wir freuen uns über alle, die gemeinsam mit uns für die Krebsforschung antreten.

Du kannst Dich hier direkt online anmelden: NCT-Lauf-Anmeldung bei myrace-result. Du kannst an allen Läufen teilnehmen (Rundenlauf, 11-km-Lauf, Halbmarathon) und beim Teamnamen brauchst Du einfach nur diesen eingeben: #teamschnipsflausch.

Wenn Du in diesem Jahr nicht in Heidelberg vor Ort sein kannst, willst Du das #teamschnipsflausch mit einer Spende ans Nationale Centrum für Tumorerkrankung unterstützen? Das ist jetzt ganz einfach mithilfe einer Fundraisingbox möglich: Spendenaktion #teamschnipsflausch. Frollein Hund a.k.a Lissy Labrador ist dafür wieder unser Maskottchen (im Bild von Valentin).

Bis bald beim NCT-Lauf in Heidelberg!

 

Das #teamschnipsflausch als Virenschleuder!

Nein, nicht im Sinne einer ansteckenden Krankheit, obwohl … Der Herbst ist nicht mehr zu verleugnen, und zumindest meine Atemwege lassen gerade kein Laufen zu, ohne dass ich zur buchstäblichen Virenschleuder werde. Aber das ist jetzt nicht gemeint!

Der Virenschleuderpreis ist ein jährlich verliehener Preis für ansteckendes Marketing. Nach einer Idee und Initiative von Leander Wattig zeichnet eine Jury jedes Jahr das beste Team, die ansteckendste Idee, die herausragendste Persönlichkeit und die beste Kampagne aus. Überreicht wird der Preis auf der Frankfurter Buchmesse.

Nominierung des Teams als „ansteckendste Idee“

Dieses Jahr hat Su Steiger das #teamschnipsflausch als ansteckendste Idee nominiert. Bis zum 12.10. konnten facebook-Nutzer_innen abstimmen, wer auf die sogenannte Shortlist kommt. Alle Ideen, die genügend „Gefällt mir“-Angaben erhielten, kamen in die nähere Auswahl. Die Jury entschied dann, wer den Preis mit nach Hause nehmen darf.

Durch Eure tatkräftige Unterstützung hat das #teamschnipsflausch es auf die Shortlist geschafft! Für Jana und mich, die wir als Stellvertreterinnen für das Team genannt wurden, war das eine riesengroße Freude. Dass wir am Ende wegen umwerfender Konkurrenz keinen Preis gewonnen haben, spielt keine Rolle. Wir gratulieren ganz herzlich allen Gewinner_innen des Virenschleuderpreises 2016! It was an honour being nominated.

Das ehrenamtliche Engagement für das Laufteam ist sehr lohnend. Die großartigen Menschen des Teams geben viel Kraft zurück, und es ist einfach toll zu beobachten, was aus der kleinen Idee zur Unterstützung eines lieben Menschen in den letzten Jahren alles entstand. Dennoch gibt es Phasen, in denen viel Arbeit geleistet werden muss. Alles irgendwie zwischendurch – neben Erwerbstätigkeit, Familie und anderen Projekten. Wir bemühen uns alle nach Kräften, die Idee hinter dem #teamschnipsflausch zu unterstützen und, ja, auch voranzutreiben. In diesem Zusammenhang war es einfach schön, zu erleben, dass jemand von außen die viele Arbeit sieht – und uns für einen solchen Preis nominiert. Eine Nominierung bringt Aufmerksamkeit. Nicht für uns selbst, sondern für die Krebsforschung, den NCT-Lauf und das große, bunte Team mit dem merkwürdigen Namen, auf den wir so stolz sind. 🙂 In Eurem Namen, die Ihr lauft, organisiert, helft, die Website betreut, Fotos macht und Grafiken zeichnet, und in unserem als Öffentlichkeitsarbeiterinnen möchte ich mich daher bei Su ganz herzlich für diese Nominierung bedanken!

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Beim Interview der Digital Media Women (Virenschleuderpreisträgerinnen als bestes Team des Jahres 2015). Foto: Su Steiger

Beitragsbild: Vor dem Start des NCT-Laufs 2016.

Hier ist der Läufernachwuchs beim Aufwärmen zu beobachten

Die Läufer von morgen

Der Gatte und ich, wir denken ja ständig an die Zukunft. Am gestrigen Sonntag vor allem an die des #teamschnipsflausch. Bereits jetzt ziehen wir darum ein eigenes, kleines Nachwuchslaufteam heran. Während die beiden Jüngeren  dieses Jahr zum ersten Mal an einem Lauf teilnahmen, ist die Große schon recht erfahren. Wir ließen sie für ihren 3,1 km-Lauf mit ihrem Schulteam zurück und bejubelten die Kleinen beim „Bambini-Lauf“. Der geht über 1,2 km. Für einen Fünfjährigen eine ganz schöne Strecke. Weiterlesen

Gravitation

Die Gravitation ist nicht mein Freund. Und auch noch nie gewesen. Zumindest empfand ich es immer so.

Während andere leichtfüßig über Hürden sprangen, Hebefiguren beim Tanzen machten, oder sich im Alltag bewegten, als gingen sie auf Luft, hatte mich die Schwerkraft immer gut im Griff. Als ich anfing zu laufen, frustrierten mich die hüpfenden, beschwingten Joggerinnen und Jogger, die mich rechts liegen ließen und scheinbar nur mit einem Bruchteil der Gravitation auskommen mussten, die mich quälte. Damals(TM) entdeckte ich darüber hinaus, wie launisch das Miststück war. Hatte ich mir im Physikunterricht erzählen lassen, dass die Erdanziehungskraft stets gleich war (außer in der Nähe des Äquators, aber wer reist schon zum Joggen jedes Mal dahin?), erfuhr ich jetzt, dass das für mich nicht galt. An manchen Tagen schien mich die Gravitation nicht ganz so stark nach unten zu ziehen, dann wieder beschwerte sie meine Füße als griffe sie mit bleiernen Händen nach ihnen.

Leicht und schwerelos fühlte ich mich eigentlich nie. Nicht einmal übermäßig alkoholisiert nach dem Klettern auf den Gasturm, der … lassen wir das.

Die Gravitation ist aber nicht nur von eher schwankendem Wohlwollen bezüglich meiner sportlichen Ambitionen. Es gibt Tage, an denen scheine ich auch im normalen Alltag der Erde ein Stück näher zu sein. Dann hängen die Schultern, und die Schritte schlurfen über den Boden als hätte ich der Erdanziehung kaum etwas entgegen zu setzen. Unerwartete, traurige Nachrichten lösen einen solchen Kampf mit der Gravitation aus. Wie vor einigen Tagen.

Da erfuhr ich durch einen Freund, zu dem ich den Kontakt einige Jahre verloren hatte, dass einer meiner Lieblingsprofessoren letztes Jahr viel zu jung gestorben ist. An Krebs, natürlich, diesem ultimativen Arschloch. Sofort nahm die Erdanziehungskraft merkbar zu. Ich fühlte mich beinahe unwiderstehlich an den Boden gezogen. Und weil mir nichts anderes einfiel, gab ich dem nach.

Da lag ich nun am Boden und dachte an meinen Professor.  Wir kannten uns von der Arbeit in der Fachschaft, die er intensiv und engagiert unterstützt hatte. Er war unkonventionell, sympathisch unangepasst, etwas schräg. Mit diebischer Freude wischte er manchmal einem anderen Professor eins aus – respektvoll, aber auch verspielt. Es machte ihm Freude, nicht ganz so zu sein wie die anderen. Ich mochte ihn. Er mochte mich, glaube ich. Als ich meine Magisterarbeit schrieb, fragte ich ihn, ob er mein Zweitkorrektor sein wolle. Vermutlich wäre ohne ihn aus meiner eng gesteckten Deadline nichts geworden. Er war es, der meinem Erstkorrektor (und späterem Doktorvater) auf die Füße trat, als die Geburt meiner Tochter näher rückte und ich wegen meines Abschlusses nervös wurde. Im Spätsommer diesen Jahres wollte ich auf eine Konferenz in meine alte Universitätsstadt. Ich hatte fest mit einem Wiedersehen gerechnet. Das erste nach etwa acht Jahren. Es sollte wohl nicht sein.

Ich dachte an die dämliche Erdanziehung und fragte mich, ob sie wohl sanft zu ihm war. Wie viele Tage zog die Gravitation ihn Richtung Boden, und er stand dennoch auf? Hat sie ihm zugeflüstert? Wie oft hat er widerstehen können? Wie lange musste er letztlich liegen und warten und fühlen, wie er immer schwerer zu werden schien, obwohl er doch leichter wurde, durch die Krankheit und die Chemo? Ich weiß es nicht.

Und dann dachte ich an die letzten zwei Jahre, unsere Läufe beim NCT. Die Gesichter der vielen Menschen, die sich ihrer eigenen, privaten, launischen, tyrannischen Schwerkraft stellen. Menschen, die das Jahr zuvor keinen Schritt hätten mitlaufen können. Oder Menschen, die für jemand anderen laufen, der das selbst nicht mehr kann, weil dessen Gravitation längst zu stark geworden ist.

2014 lief ich für Heike, die damals mitten in der Chemo steckte. 2015 liefen wir mit Heike, und ich für meinen Schwager, der gerade die dritte Chemo hinter sich hatte. 2016 werde ich der Gravitation in den Hintern treten und an meinen Professor denken – der NCT-Lauf wird zwei Tage vor seinem ersten Todestag stattfinden.
Herr Professor Möbus, wo auch immer Sie jetzt sind: Ich hoffe, dass eine freundliche Gravitation Ihnen hin und wieder das Fliegen ermöglicht. Haben Sie Dank für alles. Ich wünschte, ich hätte Ihnen das noch einmal persönlich sagen können.

Die Gravitation ist nicht mein Freund. In den letzten Monaten fiel an manchen Tagen jeder einzelne Schritt unglaublich schwer. Aber seit kurzem gibt es kleine, klitzekleine Momente, da laufe selbst ich, als würde ich mich auf Luft bewegen.

 

(Beitragsbild: Ich, viel jünger, im Kampf gegen die Gravitation)

Grün leuchtender Text auf schwarzem Hintergrund, Text ist verschlüsselt

Durchsage aus dem Maschinenraum

Titelfoto: Linux password file, Fotograf: Christiaan Colen, Lizenz: CC-BY-SA-20

Vielleicht haben es ein paar von euch mitbekommen: schnipsflausch.de hat seit neuestem ein kleines Schloss da oben in der Adressleiste:

Bildschirmfoto der URL Eingabe des Browsers. Darin ist ein Schloss zu sehen und die URL beginnt mit https

Was bedeutet das für euch? Jede Verbindung zwischen eurem Browser und schnipsflausch.de ist verschlüsselt. Valentin hat sich darum gekümmert und mir gesagt: „Schreib mal was dazu, Nathan!“. Dann mache ich das mal 🙂 Weiterlesen

Der Flausch geht weiter: Sport ist international

Normalerweise halte ich mich ja raus. Alltagsbewältigung ist was Feines und viel mehr geht halt noch nicht. Es ist immerhin schon ein Erfolg für mich, was alles wieder dazu gehört zu diesem Alltag: außer Haushalt und Kinder ist da ja seit September wieder ein Stück Job, das erledigt werden will (und mir großen Spaß macht). Abends, das ist dann wohl der Preis für soviel Alltag, bin ich platt und allzu oft muss der Mann die Kinder allein ins Bett bringen. Ich bin raus. Am Ende. Soviel zu meinen Grenzen, an die ich täglich komme. Dadurch fallen gewisse Dinge von vornherein raus: Vereinsarbeit in der Flüchtlingshilfe oder regelmäßiges Engagement? Ich bin sehr dankbar für jeden einzelnen von euch, der das machen kann und macht. Ich kann’s nicht.
Aber dann war da die Geschichte, die ich auf Facebook las. Vor einigen Monaten, als die große Flüchtlingswelle gerade so bei uns angekommen war. Es war warm und die Erstaufnahmelager heillos überfordert. Da hatte jemand ein paar Badehosen organisiert und Handtücher und ein oder zwei Kinderwägen und hat mit einigen der Leute aus dem Aufnahmelager einen Ausflug gemacht, an irgendeinen See. So einfach. So hilfreich. Ein guter Tag für die Flüchtlinge, inmitten von ganz viel entsetzlichem und grässlichen und stupider Warterei. Und das ist mir seither nicht mehr aus dem Kopf gegangen.
Denn das ist etwas, das ich auch kann, was viele von uns, sind sie auch noch so eingespannt, können: einen Nachmittag „opfern“ (es ist kein wirkliches Opfer, sondern eine Bereicherung). Und zweitens: es kann so einfach sein. Man muss sich nicht tagelang reinknien, sondern sich nur etwas überlegen, das man gerne tun würde. Vielleicht etwas, das man ohnehin tut und bei dem man einfach ein paar Leute dazu einladen möchte. Einfach hingehen und fragen.
Aber da ist diese Hemmschwelle. Ich war ziemlich aufgeregt, bevor wir zu den Flüchtlingen gegangen sind. Auch da kann man sich Hilfe holen und so habe ich meine Aktion einer Frau vorgestellt, die schon ein Jahr lang Flüchtlingsarbeit macht. Zack! Hatte sie ein paar Begleitpersonen für mich organisiert und sogar einen Syrer dazu geholt, der schon länger da ist, gut deutsch spricht und das Wichtigste übersetzen konnte. Ich hätte das auch allein durchgezogen, aber es war schöner und ich war gelassener durch die Begleitung.
So haben wir letzten Samstag das Containerdorf bei uns am Ort besucht und gefragt, ob jemand Lust hat, am nächsten Tag mit zum Handballspiel zu kommen. Handball ist meist ein recht kurzweiliges, weil torreiches Spiel, dazu gibt’s Kaffee und Kuchen zu vernünftigen Preisen und die Leute, die ich bisher dort kennen gelernt habe, sind furchtbar nett. Zudem ist die Halle in Laufweite des Dosendorfs. Die Männer wohnen dort zu dritt in einem Container und, soweit ich das verstanden habe, gibt es keinen Gemeinschaftsraum, abgesehen von Küche, Bad und Waschraum. Die Container stehen zwischen Industriegebiet und Äckern, es gibt schönere Orte.
Die meisten der Männer dort haben vermutlich nicht recht verstanden, was wir von ihnen wollen und haben irgendwas zwischen Boule und Basketball erwartet (es können Rückschlüsse auf meine pantomimische Darstellung des Ballwurfs beim Handball gezogen werden) – aber ein paar Handvoll meist junger Männer sind doch mitgegangen am anderen Tag. Da wurde dann kurz geklärt, welches „unsere“ Mannschaft ist, die dann entsprechend beklatscht und bejubelt wurde. Nett war ja, dass die Handballmanschaft am Abend vorher noch beschlossen hat, Getränke und Bretzeln für die Flüchtlinge aus der Mannschaftskasse zu bezahlen. Noch ne schöne Erkenntnis: wenn man Initiative zeigt, machen andere gerne mit.
Der absolute Knaller war allerdings unsere kleine Tochter. Ein Türöffner im Flüchtlingsdorf und das fröhlichste Kind beim Handballspiel, weil sich jeder der syrischen, irakischen oder nigerianischen Männer mit ihr abgegeben hat, mit ihr Quatsch gemacht hat und sie gehätschelt hat. Aber auf feine und rücksichtsvolle, nicht übergriffige Weise. Meine sonst so stark fremdelnde Tochter – ich habe sie an diesem Nachmittag oft nur aus einiger Entfernung gesehen. Auf den Armen oder Schultern eines der Männer, der genausowenig ihre Sprache spricht, wie ich (ich glaube, das, was sie spricht, heißt Babygibberish und ich suche noch dringend einen Übersetzer).
Natürlich hat mich die Aktion ziemlich angestrengt. Natürlich sind die Geschichten, die diese Leute mitbringen, extrem hart und kaum auszuhalten. Und doch waren wir an diesem Abend wie beflügelt. Und jetzt, wo der Kontakt einmal da ist, ist es, abgesehen von den Verständigungsproblemen, auch einfacher. Einige haben, als wir beim Spiel waren, nach anderen Sportarten gefragt: Fußball vor allem und schwimmen. Mein Mann hat gesagt, sie sollen selbst im Containerdorf rumfragen, wer Fußball spielen möchte, aber noch Schuhe braucht und drei Tage später haben wir hier eine Liste mit den benötigten Schuhgrößen liegen. Ein paar Mails danach stehen hier Plastiktüten mit Fußballschuhen, die der Mann gerade im Dosendorf abgegeben hat. Als er mich eben anrief, ist im Hintergrund schon das erste Tor gefallen, aber eigentlich wollte der Mann mir berichten, dass der Sportladen vor Ort zugesagt hat, alle Fußballschuhe, die noch fehlen, zu spenden. [Update: was wir nicht wussten: der Laden ist inzwischen insolvent. Was der Ladeninhaber wohl nicht wusste: daher darf er nichts spenden. Ein kleiner Rückschlag. Egal, jetzt erst recht.]

Vielleicht können wir den Männern noch das Schwimmbad zeigen. Oder die Bücherei, wo ich durch einen Telefonanruf schon raus gefunden habe, dass Flüchtlinge dort 9 Monate lang kostenlos ausleihen können. Vielleicht macht’s aber auch ein anderer und das ist auch ok. Jedenfalls haben wir sehr nette Menschen kennen gelernt und freuen uns auf das, was daraus entsteht.

 

P.S.: der Blogartikel erschien zuerst auf www.frauheike.de – Julia meinte, er passe hier auch, gerade jetzt.

Nicht zuletzt ist das Team Schnipsflausch mit Schuld an den oben geschilderten Ereignissen: mir ist in den letzten eineinhalb Jahren so viel Gutes widerfahren, dass es mir ein dringendes Bedürfnis war, das weiter zu geben.

Team beim Rudern in Aktion.

Jetzt rudern sie auch noch!

So schnell kann das gehen, und das #teamschnipsflausch entwickelt sich zu einer Sportbewegung. Noch am Abend des NCT-Laufs sprachen die Organisatoren vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankung eine Einladung an das Team für eine weitere Sportveranstaltung in Heidelberg aus. Wir sollten bei der Regatta Rudern gegen Krebs mitmachen, die im September an der Neckarwiese stattfindet.

Also kosteten wir zunächst ein paar Tage lang das schöne Gefühl aus, beim NCT-Lauf wirklich was Ordentliches geschafft zu haben, dann begannen auch schon die Überlegungen, wer von uns in einem Ruder-Doppelvierer Platz nehmen könnte. Bei diesen Überlegungen wurde uns eine der größten Herausforderungen bewusst: Für vier Teammitglieder und einen Steuermann, den die Heidelberger Rudergesellschaft 1898 e.V. stellt, drei gemeinsame Termine finden.

Ganz so einfach war das nicht, aber wir haben es nun kurz vor der Regatta noch geschafft und uns in einem Boot zusammengerauft. Das Team besteht aus Ruderkapitänin und Schlagfrau Anna, der Rudererfahrensten, sowie Mike, Simone und Jana.

Wer schon mal auf einem Ruderergometer im Fitnessstudio Platz genommen hat, kann vielleicht den Kraftaufwand nachempfinden, den es zum Rudern auch braucht. Was man im Fitnessstudio aber leider nicht trainiern kann, ist die Technik, richtig mit dem Skull umzugehen. Und natürlich ist es auch nochmal was ganz anderes, in ein kippliges Boot auf dem Neckar zu steigen und dort die Balance zu halten.

Bis auf kleine oder größere Spritzer ist aber niemand von uns bei den Trainingseinheiten besonders nass geworden. Auch dafür gebührt den vielen ehrenamtlichen Steuerleuten bei der Heidelberger Rudergesellschaft großer Dank, die uns in kürzester Zeit kompetent auf unseren Regattaeinsatz vorbereitet haben. Wir danken besonders Denis und Sebastian!

Am Sonntag, den 13. September ist es dann auch schon so weit, hier die Startzeiten des #teamschnipsflausch-Rudervierers bei der Regatta Rudern gegen Krebs (gesamtes Programm hier als PDF) an der Neckarwiese. Wir sind in der Mixed Klasse angemeldet, auch wenn sich kurz vor Trainingsbeginn unser Geschlechterverhältnis doch noch etwas verschoben hat.

Vorlauf: 9:42 Uhr;
je nach Platz im Vorlauf Hoffnungsläufe oder Halbfinale:
Hoffnungsläufe ab 12.18 Uhr, 12.24 Uhr und 12.30 Uhr;
Halbfinale ab 14.42 Uhr;
Finale wäre dann um 16.35 Uhr.

Das Regattageschehen spielt sich zwischen Theodor-Heuss-Brücke und Kinderspielplatz ab. Da wird dann auch einiges fürs Rahmenprogramm aufgebaut sein. Über einen #teamschnipsflausch-Support freuen sich die Ruderinnen und Ruderer sehr. Wo genau sich die Unterstützer aufhalten, verfolgt man am besten via Twitter/Facebook unter den Hashtags #teamschnipsflausch und #ruderngegenkrebs.

 

Runde(n) Sache!

Und plötzlich war es so weit! Der 10. Juli war angebrochen – ein ganz wunderbarer, sonniger und angenehm warmer Freitag im Übrigen – und ich sollte heute Runden laufen für die Krebsforschung.

Ich hatte mich angemeldet, mich versprochen, war über meinen wenig Jogging-begeisterten Schatten gesprungen, um beim Heidelberger NCT-Lauf mitzumachen. Ich konnte in keinster Weise wissen, ob ich auch nur eine einzige Runde zustande bringen würde, schließlich war schon während meiner körperlichen Blütezeit in der Schule der 1.000-Meter-Lauf immer mein Angstgegner gewesen. Und das ist über 30 Jahre her. Doch sei’s drum: ich wollte es wissen. Ich wollte meine eigenen Möglichkeiten und Grenzen gerne einmal kennenlernen und wenn es des Ansporns einer guten Sache benötigte – auch recht!

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